Mit Sinn gegen Barrieren – Eindrücke von der 16i-Messe

Eine Messe für Teilhabe am Arbeitsmarkt

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, die 16i-Messe der Agentur für Arbeit zu besuchen. Eine besondere Jobmesse – benannt nach §16i SGB II, einem Programm zur Förderung langzeitarbeitsloser Menschen. Arbeitgebende mit Arbeitssuchenden zusammen, die auf der Suche nach neuen Chancen sind. In der geschäftigen Halle war die Aufbruchsstimmung spürbar: Unternehmen präsentierten offene Stellen, während viele Besucher:innen hoffnungsvoll von einem Stand zum nächsten gingen. Die 16i-Messe war ein echter Treffpunkt für neue Perspektiven – eine Plattform, auf der deutlich wurde, dass der Arbeitsmarkt auch für diejenigen Chancen bereithält, die es oft schwerer haben.

Offen für Veränderung – wenn Arbeit Sinn stiftet

Beim Rundgang über die Messe habe ich zahlreiche Gespräche geführt – mit Jobsuchenden ebenso wie mit Personalverantwortlichen. Eine Erkenntnis zog sich dabei durch fast alle Unterhaltungen: Menschen sind besonders offen für berufliche Veränderung und neues Engagement, wenn sie das Gefühl haben, in eine sinnstiftende Rolle hineinwachsen zu können. Ob jemand lange ohne Job war oder aus einem ganz anderen Berufsfeld kommt – sobald im Gespräch deutlich wurde, dass eine Tätigkeit einen gesellschaftlichen Mehrwert bringt oder anderen Menschen hilft, hellten sich die Gesichter auf. Es war beeindruckend zu sehen, wie sehr ein spürbarer Purpose, also ein Sinn hinter der Arbeit, die Motivation befeuern kann.

Ein Besucher formulierte es so: “Wenn ich weiß, wofür ich morgens aufstehe und dass meine Arbeit etwas Gutes bewirkt, dann traue ich mir den Neuanfang viel eher zu.” Dieses Gefühl, gebraucht zu werden und etwas Sinnvolles zu tun, weckte bei vielen überhaupt erst die Bereitschaft, sich auf unbekanntes Terrain vorzuwagen.

Sinnstiftende Arbeit reduziert Vermittlungshemmnisse

Diese Beobachtung deckt sich mit einer wichtigen Einsicht: Sinnstiftende Arbeit wirkt wie ein Katalysator, der sogenannte Vermittlungshemmnisse deutlich reduziert. Als Vermittlungshemmnisse bezeichnet man Faktoren, die eine Arbeitsvermittlung erschweren – etwa eine lange Erwerbslosigkeit, eine Behinderung oder fehlende formale Qualifikationen bei Quereinsteiger:innen. Solche Hürden treten in den Hintergrund, wenn ein Mensch eine Aufgabe findet, die ihn erfüllt. Denn wer den Sinn in seiner Tätigkeit erkennt, ist bereit, extra Schritte zu gehen und lässt sich von Rückschlägen weniger entmutigen. Erste Erfahrungen zeigen zum Beispiel, dass vormals marginalisierte Beschäftigte deutlich engagierter bei der Sache bleiben, wenn man ihnen echte Teilhabe und eine sinnvolle Aufgabe bietet. Die innere Motivation kann dadurch so stark wachsen, dass Defizite an Erfahrung oder Selbstvertrauen nach und nach überwunden werden. Anders gesagt:
Wo Arbeit als bedeutsam erlebt wird, verlieren Hindernisse ihren Schrecken.

  • Langzeitarbeitslose blühen auf, wenn sie merken, dass ihre Arbeit einen Unterschied macht.

  • Menschen mit Handicap gewinnen an Selbstbewusstsein, wenn ihre Stärken gebraucht werden.

  • Quereinsteiger*innen schaffen den Sprung in fremde Branchen leichter, wenn sie von einer sinnhaften Vision getragen werden.

Purpose · Pulse · People – Aktivieren durch Sinn

Genau hier knüpft Mein Konzept Purpose · Pulse · People (PPP) an. Die Eindrücke von der Messe bestätigen, was Mich bei PPP antreibt: Ich möchte jenen Menschen eine Chance geben, die auf dem ersten Arbeitsmarkt oft übersehen werden – und zwar, indem ich sie über Sinn und Gemeinschaft aktivieren. In Meinem PPP-Projekt bringe Ich Langzeitarbeitslose, Menschen mit Behinderung, motivierte Quereinsteiger:innen und freiwillig Engagierte als Helfer:innen in sozialen Einrichtungen zusammen.

Dabei nutzen Ich Potenziale, die bislang oft übersehen wurden, und binden diese Menschen in sinnstiftende Aufgaben ein – zum Beispiel in der Pflege, wo sie Fachkräfte durch menschliche Zuwendung und Unterstützung entlasten. So profitieren letztlich alle Beteiligten: Pflegebedürftige und Patientinnen erhalten mehr Aufmerksamkeit und Sicherheit, professionelle Teams werden spürbar entlastet und die neuen Helferinnen erfahren endlich wertvolle Teilhabe am Arbeitsleben.

PPP setzt genau auf dieses Prinzip des Sinngebens: schaffen wir Rahmenbedingungen, werden aus zunächst unsicheren Kandidat:innen selbstbewusste Mitarbeitende mit Herz. Im Mittelpunkt steht dabei immer die sinnhafte Aufgabe – der Purpose, der den Funken entzündet und am Brennen hält.

Potenziale statt Defizite – neue Chancen im Arbeitsmarkt

Die Erfahrungen von der 16i-Messe und Die Arbeit mit PPP zeigen eines ganz deutlich: Wenn Menschen in den Mittelpunkt stellt und Potenziale statt Defizite sieht, entstehen über Rhythmus, Reflexion und Gemeinschaft. völlig neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Genau darauf baut das PPP-Konzept auf. Pulse steht in PPP für einen regelmäßigen Rhythmus des Austauschs und der Reflexion: Bei wöchentlichen Treffen, Schulungen oder Feedbackrunden wachsen Vertrauen und Kompetenz Schritt für Schritt. Niemand bleibt allein mit seinen Fragen – wir lernen miteinander und voneinander. Dieser verlässliche Takt gibt Sicherheit und fördert die persönliche Entwicklung.

Und People steht für Gemeinschaft und Miteinander: In unseren heterogenen Teams begegnen sich Menschen auf Augenhöhe – erfahrene Profis, neue Helfer:innen, Ehrenamtliche – alle ziehen an einem Strang. Dieses Gemeinschaftsgefühl trägt durch schwierige Phasen und gibt Halt. Indem PPP diese Elemente – Purpose, Pulse und People – systematisch verknüpft, werden aus vormals “schwierigen Fällen” nach und nach Erfolgsgeschichten. Aus Ausgeschlossenheit wird Zugehörigkeit, und persönliche Krisen werden durch gegenseitige Unterstützung abgefedert.

Mein Fazit nach diesem Tag auf der Messe: Sinnstiftende Arbeit ist mehr als nur ein „Nice-to-have“ – sie kann zum Schlüssel werden, um Barrieren am Arbeitsmarkt zu überwinden. Wenn ein Job nicht nur Brot, sondern auch Bedeutung gibt, dann öffnen sich Türen, die vorher verschlossen waren. Ich habe auf der 16i-Messe Menschen getroffen, die mit neuem Mut nach vorne blicken, weil sie eine Aufgabe mit Sinn in Aussicht haben. Und ich bin überzeugt, dass wir mit Initiativen wie PPP genau den richtigen Weg einschlagen: einen Weg, der den Menschen ins Zentrum rückt und aus Potenzialen echte Chancen macht – für jede:n Einzelnen und für unsere Gesellschaft.

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Aus der Pflegebudget-Krise zu neuer Chance – ein Ausblick auf 2026

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Krise als Chance – Trotz Massenkündigungen