Aus der Pflegebudget-Krise zu neuer Chance – ein Ausblick auf 2026

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2025 war kein leichtes Jahr.

Wir mussten uns von Kolleginnen und Kollegen trennen, die ohne formale Pflegeausbildung bei uns gearbeitet haben. Menschen, die engagiert waren, verlässlich, wirksam. Das Pflegebudget — eigentlich gedacht als Entlastung — wurde zur Daumenschraube. Und hat genau das Gegenteil bewirkt: Es hat Türen geschlossen statt geöffnet.

Wenn etwas scheitert, lohnt sich eine ehrlichere Frage

Aus der Frustration ist eine Frage entstanden, die uns durch das ganze Jahr begleitet hat: Was wäre, wenn wir Pflege nicht länger ausschließlich über formale Fachlichkeit definieren — sondern als Ökosystem von Tätigkeiten, in dem Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen Verantwortung übernehmen können?

Diese Frage ist unbequem für bestehende Strukturen. Aber sie ist konsequent, wenn man den Alltag betrachtet.

Ein Modell existiert bereits — nur nicht zu Ende gedacht

Wir haben begonnen, bestehende Konzepte neu zu betrachten. Eines davon: die stationsäquivalente Behandlung (StäB). Ein psychiatrisches Modell, bei dem multiprofessionelle Teams Menschen zuhause versorgen — statt sie stationär aufzunehmen.

Der entscheidende Gedanke: Was, wenn wir dieses Prinzip auf die somatische Versorgung übertragen? Auf Menschen, die nach einer Operation medizinisch stabil sind, aber im Alltag Unterstützung brauchen. Und weitergedacht: Was, wenn genau diese 1:1-Begleitung zuhause der Weg zurück in Arbeit für jene ist, die wir dieses Jahr verabschieden mussten?

Nicht als Notlösung. Sondern als strukturierter, qualifizierender Einstieg.

Krise als Katalysator. Was wegbricht, macht Platz für das, was wirklich trägt.

Was 2026 bringen soll

Wir gehen ins neue Jahr mit konkreten Zielen: inklusive Versorgungsmodelle weiterentwickeln, aufgabenbezogene Qualifizierung erproben und zeigen, dass soziale Teilhabe und wirtschaftliche Tragfähigkeit kein Widerspruch sind. Das ist mein Ausblick auf 2026. Kein schöner Abschluss eines schweren Jahres. Sondern der Beginn von etwas Neuem.

Das ist meine persönliche Perspektive aus dem Alltag als stellvertretende Pflegedienstleitung in Berlin. Ich freue mich über Rückmeldungen — konstruktiv oder kontrovers.

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