Neustart. Präsenzwoche. Und ein Tool, das ich eigentlich schon längst gebraucht hätte.

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Mein Arbeitgeber ist insolvent. Die Organisation, für die ich gebrannt habe. Die Struktur, die ich mitaufgebaut habe. Weg. Und ich sitze in der Präsenzwoche meines Studiums.

Politik, Recht & BWL. Konfrontation deluxe mit der aktuellen Insolvenz. Aber ich bin positiv.

Das klingt nach Widerspruch. Ist es aber nicht.

Genau in solchen Momenten merke ich, warum ich diesen Weg überhaupt gegangen bin. Nicht trotz der Krise — sondern wegen dem, was ich darin sehe.

Was ich sehe? Immer noch dasselbe Problem.

Inklusion auf dem ersten Arbeitsmarkt scheitert selten an bösen Absichten. Es scheitert meistens an zwei Dingen: organisatorischen Bedenken — und schlichter Unwissenheit.

Unwissenheit darüber, welche Unterstützung es überhaupt gibt. Welche Fördermittel existieren. Was diese Förderungen konkret kosten — und vor allem: was sie einsparen.

Ich erlebe das in Gesprächen regelmäßig. Einrichtungen zucken zurück, wenn das Thema Inklusion auf den Tisch kommt. Nicht aus Gleichgültigkeit. Sondern weil sie keine Orientierung haben. Weil der Förderdschungel in Deutschland — speziell in Berlin — undurchdringlich wirkt.

Das ist ein lösbares Problem.

Deswegen habe ich in den letzten Wochen ein Tool entwickelt.

Den Berliner Inklusions-Fördermittel-Finder. Er ist kein Allheilmittel. Aber er ist ein erster Schritt. Ein Tool, das sichtbar macht, welche Förderungen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung oder Langzeitarbeitslosigkeit in Berlin existieren — und was das konkret für die Kosten einer Organisation bedeutet.

Warum nur Berlin? Weil Fördermittel Ländersache sind. Was in Berlin gilt, gilt nicht in Bayern. Eine seriöse Übersicht kann nur dann entstehen, wenn sie präzise ist — nicht wenn sie alles behauptet und nichts stimmt. Berlin zuerst. Der Rest folgt.

Warum jetzt?

Weil die Insolvenz mich nicht gelehrt hat, aufzuhören. Sie hat mich gelehrt, präziser zu werden. Herauszufinden, wo die echten Hebel sind. Einer dieser Hebel: Wissen. Niedrigschwellig. Zugänglich. Konkret.

In meiner Präsenzwoche — zwischen Vorlesungen, Gesprächen, Diskussionen über Sozialinnovation — habe ich nochmal gespürt, wie relevant das Thema ist. Das Zögern ist nicht immer Gleichgültigkeit. Manchmal ist es einfach: keine Ahnung, wie das gehen soll.

Der Finder ist eine Antwort darauf. Er ist noch in der Beta. Er wird noch besser. Aber er ist da — und er kann jetzt schon helfen.

Probiert ihn aus. Gebt mir Feedback. Sagt mir, was fehlt, was nicht stimmt, was besser werden muss. Denn genau so entstehen die Dinge, die wirklich funktionieren. Nicht im Elfenbeinturm. Sondern im Austausch.

Das ist meine persönliche Perspektive aus dem Alltag als stellvertretende Pflegedienstleitung in Berlin. Ich freue mich über Rückmeldungen — konstruktiv oder kontrovers.

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