Von einer Einarbeitung zum Sektenführer - Die WK-Sekte
Es gibt Einarbeitungsprozesse, die Menschen prägen. Und es gibt Einarbeitungsprozesse, die Menschen formen — in eine bestimmte Richtung, ob sie wollen oder nicht.
Ich nenne das zweite Phänomen die WK-Sekte. Nicht bösartig gemeint. Aber beschreibend präzise.
Was ist die WK-Sekte?
Wertschätzende Kommunikation als Konzept ist wertvoll. Als Ideologie wird sie zur Falle. Teams, die WK internalisiert haben, entwickeln manchmal eine Art internen Kodex: Bestimmte Aussagen gelten als „nicht WK-konform". Kritik wird als mangelnde Wertschätzung gerahmt. Konflikte werden mit WK-Phrasen überdeckt, statt offen gelöst.
Wann Einarbeitung zur Konditionierung wird
Eine gute Einarbeitung öffnet Denkhorizonte. Eine schlechte verengt sie. Wenn neue Mitarbeitende nicht lernen, wie das Team wirklich funktioniert — sondern wie das Team über sich selbst denkt — entsteht eine gefährliche Lücke zwischen Selbstbild und Wirklichkeit.
Das schadet dem Team. Und es schadet besonders denen, die frisch hinkommen: mit anderen Erfahrungen, anderen Denkmuster, anderen Ideen. Genau die Menschen, die ein Team eigentlich braucht.
Was stattdessen funktioniert
Einarbeitung, die auf echtes Feedback setzt. Die explizit fragt: Was siehst du hier, das wir nicht mehr sehen? Die Neuzugänge als Erkenntnisquelle behandelt, nicht als Rohmaterial, das geformt werden muss. Das ist keine Utopie. Das ist gutes Leadership.

