Von einer Einarbeitung zum Sektenführer - Die WK-Sekte

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Es gibt Einarbeitungsprozesse, die Menschen prägen. Und es gibt Einarbeitungsprozesse, die Menschen formen — in eine bestimmte Richtung, ob sie wollen oder nicht.

Ich nenne das zweite Phänomen die WK-Sekte. Nicht bösartig gemeint. Aber beschreibend präzise.

Was ist die WK-Sekte?

Wertschätzende Kommunikation als Konzept ist wertvoll. Als Ideologie wird sie zur Falle. Teams, die WK internalisiert haben, entwickeln manchmal eine Art internen Kodex: Bestimmte Aussagen gelten als „nicht WK-konform". Kritik wird als mangelnde Wertschätzung gerahmt. Konflikte werden mit WK-Phrasen überdeckt, statt offen gelöst.

Wertschätzung ist kein Ersatz für Ehrlichkeit. Manchmal ist sie deren Gegenteil.

Wann Einarbeitung zur Konditionierung wird

Eine gute Einarbeitung öffnet Denkhorizonte. Eine schlechte verengt sie. Wenn neue Mitarbeitende nicht lernen, wie das Team wirklich funktioniert — sondern wie das Team über sich selbst denkt — entsteht eine gefährliche Lücke zwischen Selbstbild und Wirklichkeit.

Das schadet dem Team. Und es schadet besonders denen, die frisch hinkommen: mit anderen Erfahrungen, anderen Denkmuster, anderen Ideen. Genau die Menschen, die ein Team eigentlich braucht.

Was stattdessen funktioniert

Einarbeitung, die auf echtes Feedback setzt. Die explizit fragt: Was siehst du hier, das wir nicht mehr sehen? Die Neuzugänge als Erkenntnisquelle behandelt, nicht als Rohmaterial, das geformt werden muss. Das ist keine Utopie. Das ist gutes Leadership.

Das ist meine persönliche Perspektive aus dem Alltag als stellvertretende Pflegedienstleitung in Berlin. Ich freue mich über Rückmeldungen — konstruktiv oder kontrovers.

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Stellvertretung im toten Winkel – Feedbackkultur als Spiegel

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