Feedback-kultur in der Pflege

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Feedback in der Pflege ist oft binär: entweder gar nicht, oder im Konflikt. Strukturiertes, konstruktives Feedback im Alltag — das ist die Ausnahme.

Das ist ein Problem. Und es hat Konsequenzen.

Warum Feedback in der Pflege so selten gut läuft

Schichtbetrieb lässt kaum Raum für Reflexion. Hierarchien machen Feedback in beide Richtungen schwierig. Und eine Kultur, in der man „einfach funktioniert" und nicht hinterfragt, hat Feedback nicht als Wert verankert.

Hinzu kommt: Viele Führungskräfte wurden nie in Feedbackgesprächen ausgebildet. Sie machen es, wie sie es selbst erlebt haben. Und das war oft: wenig, spät, und meistens negativ.

Feedback ist kein Urteil. Es ist Information. Der Unterschied liegt in der Haltung, die ihn übergibt.

Was gute Feedbackkultur in der Pflege braucht

Struktur: Regelmäßige, kurze Feedbackgespräche — keine Jahresgespräche, in denen ein Jahr Frust auf einmal rauskommt. Richtung: Feedback in beide Richtungen — von Leitung zu Team und von Team zu Leitung. Und Sicherheit: Das Wissen, dass Feedback keine Konsequenzen hat, die man fürchten muss.

Das ist kein Luxus. Das ist Grundvoraussetzung für Teams, die langfristig funktionieren.

Das ist meine persönliche Perspektive aus dem Alltag als stellvertretende Pflegedienstleitung in Berlin. Ich freue mich über Rückmeldungen — konstruktiv oder kontrovers.

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